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| Ein sozialwissenschaftliches Experiment |
Ein Arrangement, das Beklemmungen auslöst: anderthalb Dutzend Menschen, fünf Tage lang in einem Keller eingesperrt auf engstem Raum, ohne Tageslicht, Uhren, Radio und Fernsehen und damit ohne ein Empfinden für den "natürlichen" Tag-und-Nacht-Rhythmus, dazu ohne Handy und aktuelle Nachrichten, mithin ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt.
Was auf den ersten Blick an ein Szenario in einem Bunker, einem U-Boot, einem Raumschiff oder auch in einem Horror-Film erinnert, ist jedoch nichts anderes als die Versuchsanordnung eines Experiments, das die Fachschaft Sozialwissenschaften/Politik im März 2004 am St.-Ursula-Gymnasium Attendorn durchführte.
Unter der griffigen Bezeichnung "Mars Mission" wollten 19 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 testen, wie Menschen eine Situation bewältigen, in der sie - wie etwa bei einem Raumflug - über eine längere Zeitspanne hinweg in beengten Verhältnissen unter Ausschaltung des gewohnten Wechsels von Tag und Nacht miteinander auskommen müssen. Zu diesem Zweck ließen sie sich vom 25. bis zum 30. März im zuvor entsprechend hergerichteten Aulakeller der Schule einschließen.
Begleitet und betreut wurde der Versuch von zwei Oberstufenschülerinnen, die das Verhalten der Versuchspersonen akribisch aufzeichneten und anschließend umfangreiche Facharbeiten über die "Mission" schrieben. Unterstützt wurden sie in ihrer Arbeit von einigen Mitschülerinnen und Mitschülern sowie vom Fachlehrer.
Auch die Medien - Presse, Rundfunk und Fernsehen - zeigten landesweit reges Interesse. Neben etlichen Reportagen in Zeitungen und im WDR-Hörfunk sendeten das WDR-Fernsehen und RTL immerhin sechs verschiedene TV-Berichte und ein Live-Studiogespräch. Zusammen mit der vorliegenden, etwa 150 Druckseiten starken Internet-Präsentation des Versuchs dürfte die "Mars Mission" zurzeit das wohl am besten dokumentierte sozialwissenschaftliche Experiment an einer deutschen Schule sein.
So bietet Ihnen die hier vorgestellte Dokumentation dann auch ausführliche Informationen zu nahezu allen Aspekten des Projekts. Anmerkungen zur Konzeption und Durchführung sowie eine detaillierte Auswertung finden Sie hier ebenso wie Interviews mit den Versuchspersonen und Betreuern, Abschriften der während des Experiments ausgeteilten Fragebögen genauso wie eine Übersicht über die Reaktionen der Medien.
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| Übersicht |
| Die Versuchspersonen |
Von links nach rechts. Hinten: Mats Hommerich, Christian Schmidt, Peter Beul, Thomas Schoppmann, André Hengstebeck, Christian Höffer, Felix Teipel, Sandra Schulte, Ramona Keseberg, Kirsten Entrup, Marina Ermes (Betreuerin), Anna Schweitzer (Betreuerin). Vorne: Inga Schörmann, Anna Melcher, Lukas Droege, Laura Schulte, Nina Kopsan, Sina Bauckhage, Julia Hinz, Dennis Hömberg. Fehlend: Andreas Iken.
© Frank U. Kugelmeier, Attendorn 2004-2010